#zeitfokus.

Unruhe der Eltern überträgt sich auf Kinder.
Unruhe der Eltern überträgt sich auf Kinder. Foto: Jordan Whitt
 1-2 Minuten Lesezeit  351 Worte im Text  vor 79 Tagen

Deutschlands Kinderärzte und Kinderpsychotherapeuten haben an Eltern appelliert, ihre Kinder vor Corona-Angst zu schützen. "Die Masken-Menschen in Bussen, Bahnen oder im Fernsehen sind komisch, können Kinder irritieren", sagte Beate Leinberger, Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (BKJ), der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Derzeit würden Kinder - auch diejenigen, die in Quarantäne geschickt werden - zwar "eher entspannt" reagieren, sagte die BKJ-Vorsitzende. "Eine Belastung wird es für Kinder, wenn die Eltern Angst zeigen. Wenn Eltern unruhig werden, überträgt sich das natürlich auf die Kinder", mahnte Leinberger.

Hauptbahnhof Düsseldorf
Foto: Christian A. Schröder / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Bahnhöfe können Angsträume sein

Eltern müssten unbedingt darauf achten, Informationen rund um die Epidemie ruhig für ihre Kinder einzuordnen, "auch wenn das nicht einfach sein mag", riet die Vorsitzende der Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.

"Vermummte Menschen mit Masken wie aus dem Weltall, das hat etwas Bedrohliches", sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der NOZ. "Natürlich kann das zu einer Belastung für Kinderseelen werden." Kinder hätten "sehr feine Antennen", erklärte der Arzt. "Deswegen ist es gerade für Eltern besonders wichtig, keine Panik zu zeigen, sondern gelassen zu bleiben. Bitte Normalität walten lassen und runterkühlen!"

Fischbach rät seinen Kinderarzt-Kollegen, auf Atemschutz-Masken zu verzichten, wenn das medizinisch nicht geboten sei, um die kleinen Patienten nicht unnötig zu verschrecken. "Man kann ein Kind auch von der Seite abhören, etwa um die Gefahr einer Infektion durch spontanes Niesen zu minimieren."

Die Chefin des Kinderpsychotherapeuten-Verbandes plädiert auch für ein "Großelternverbot" für Enkelkinder. Leinberger: "Großeltern, insbesondere chronisch erkrankte, gehören zur Risikogruppe. Auch darüber sollte man mit seinen Kindern sprechen und erklären, warum sie für eine Zeit nicht zu Oma oder Opa gehen dürfen", forderte sie. Wegen der hohen Sterblichkeitsrate der über 60-Jährigen müssten Eltern "definitiv" dafür sorgen, dass diese geschützt würden, "auch, indem vorübergehend auf Kontakt zu Enkelkindern verzichtet wird".

Kinder- und Jugendärztepräsident Fischbach hatte sich dagegen ausgesprochen. "Es gibt so wenige Kinder, die an Corona erkrankt sind, dass ich so eine pauschale Forderung für übertrieben halte", sagt er. "Es würde wohl ausreichen, die Kinder zu bitten, nicht mit Oma oder Opa zu kuscheln und sich oft die Hände zu waschen."

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrGesellschaft
Mahnwache in Hannover gegen Antisemitismus nach dem Anschlag in Halle, 10. Oktober 2019
Foto: Bernd Schwabe in Hannover / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Corona-Krise kann zu Ressentiments führen

Der Zentralrat der Juden hat davor gewarnt, dass die Corona-Krise zu einer Welle von Ressentiments gegen Minderheiten führen kann. Präsident Josef Schuster sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung"...
Viele Lehrer haben echte Ängste, die ernst genommen und korrekt adressiert werden müssen.
Foto: Maximilian Scheffler

Akademie-Chef will Corona-Atteste für Lehrer nur noch vom Betriebsarzt

Wegen der Vielzahl der Lehrer, die sich wegen der Corona-Pandemie durch ihren Hausarzt vom Präsenzunterricht befreien lassen, hat die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ)...
Lediglich 36,7 Prozent aller Praxisstandorte weisen wenigstens ein entsprechendes Merkmal zur Barrierefreiheit auf.
Foto: Gerd Altmann

Nur jede dritte Arztpraxis für Patienten mit Behinderung geeignet

Patienten mit Behinderungen haben in den meisten deutschen Arztpraxen das Nachsehen, weil die Einrichtungen nicht barrierefrei sind. Nach einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" (Freitag-Ausgabe)...
Besuche einer festen Kontaktperson unter strengen Auflagen zu erlauben, ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Foto: Georg Arthur Pflueger

Das Risiko, einsam zu sterben

Ehepartner, die sich nicht Lebewohl sagen können. Töchter und Söhne von Demenzkranken, die plötzlich nicht mehr kommen, aber keine Chance haben, dass ihre Angehörigen jemals den Grund dafür...
Die Bundesländer müssen endlich gemeinsame Standards festlegen, der Föderalismus macht oft träge.
Foto: BMVI.de / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Corona hat Bildungslandschaft "unvorbereitet" getroffen

Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) hat die Kultusminister für Defizite beim Online-Unterricht während der Schulschließungen verantwortlich gemacht. "Vor Corona gab es auch seitens der...
Insgesamt liegt der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten bei 19,3 Prozent.
Foto: Engin Akyurt

Aus dem Soli wird die Corona-Abgabe

Es geht um gewaltige Zahlen. Über eine Billion Euro haben Bund und Länder zur finanziellen Bewältigung der Corona-Krise in Aussicht gestellt. Allein in diesem Jahr hat der Bundestag schon einen...
Zu Hochmut oder Leichtsinn besteht aber weiterhin nicht der geringste Anlass. Das Virus ist nach wie vor da. An der Gefährdungslage ändert sich nichts.
Foto: Annie Spratt

Corona und Lockerungen

So, jetzt ist gelockert. Viele Beschränkungen, denen wir wegen der Corona-Pandemie unterlagen, entfallen jetzt - bis auf Weiteres. Große Teile der Freiheit, die wir für einige Wochen nicht hatten,...
Back To Top