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Die Zahlen, die die AOK zum Thema Diabetes ermittelt hat, sind erschütternd: Jeder zwölfte Rheinländer leidet an Diabetes vom Typ 2. Bei den 80- bis 90-Jährigen sind sogar 30 Prozent betroffen. Dabei ist Diabetes kein lästiges Übel, das zum Altwerden gehört wie graue Haare. Diabetes ist ein Leiden, mit dem wegen der drohenden Folgeerkrankungen nicht zu spaßen ist.

Wer die Verantwortung für die Aussendung der Mitteilung an die Schulen ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt trägt, ist bisher unklar.
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Schulanweisung mit fatalen Folgen

Zwar machen moderne Blutzuckermess- und Spritzsysteme den Alltag leichter. Doch es drohen Nierenschäden, diabetischer Fuß bis hin zur Amputation, Erblindung und Infarkt. Das bedeutet großes Leid für die Betroffenen und kostet die Versichertengemeinschaft Milliarden. Dabei ist Diabetes vom Typ 2 oft vermeidbar. Denn neben genetischen Faktoren spielt auch schlechter Lebensstil eine Rolle: Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und ungesunde Ernährung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken.

Zu Recht legen AOK und andere Krankenkassen deshalb so viel Wert auf Aufklärung und Prävention. Doch sie haben in der Nahrungsmittel- und vor allem der Zuckerindustrie mächtige Gegenspieler. Deutschland hätte längst eine aussagekräftige Ernährungsampel haben können, die Verbrauchern anzeigt, wie süß, fettig oder salzig das Produkt ist, das sie sich da gerade in den Einkaufskorb legen. Jetzt soll es 2020 endlich so weit sein. In Richtung der Jugendlichen, die den zuckersüßen Softdrinks verfallen sind, mag eine solche auf Aufklärung setzende Ampel wirkungslos blinken. Hier wäre es wirksamer, eine Zuckersteuer einzuführen, wie sie auch andere Länder haben. Wenn die klebrige Cola plötzlich doppelt so teuer ist, dürfte das heilsame und lenkende Wirkung haben. Frankreich und Großbritannien haben es vorgemacht. Die Diabetes-Quote liegt in beiden Ländern deutlich unter der in Deutschland.



Quelle: ots/Rheinische Post
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