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Jedes Hundertste Neugeborene kommt deutlich vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Frühgeborene wiegen bei ihrer Geburt weniger als 1500 Gramm.

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Ihre Organe sind oftmals noch nicht vollständig entwickelt und sie sind anfällig für Krankheiten. Auch die Sterblichkeit frühgeborener Kinder ist erhöht. Welche langfristigen Folgen eine zu frühe Geburt für das Kind haben kann, ist bislang nur wenig erforscht. Wissenschaftliche Langzeitstudien zu Frühgeburten gab es in Deutschland bislang nicht. Diese Lücke hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits im Jahr 2008 durch die Förderung des Deutschen Frühgeborenen-Netzwerkes geschlossen. Seitdem haben sich mehr als 35 Kliniken aus dem gesamten Bundesgebiet diesem Netzwerk angeschlossen. Das Bundesforschungsministerium hat sich nun entschlossen, den erfolgreichen Forschungsverbund für weitere sechs Jahre mit zusätzlichen fünf Millionen Euro zu fördern.

"Frühgeborene Kinder bedürfen in besonderem Maße unserer Fürsorge. Deshalb machen wir uns für die Erforschung von Risikofaktoren und geeigneten Behandlungsmöglichkeiten stark", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. "Wir müssen dringend mehr darüber erfahren, welche Faktoren sich auf die langfristige Entwicklung der Frühgeborenen auswirken. Hierzu ist die deutschlandweite Vernetzung von Expertinnen und Experten unerlässlich."

Im Deutschen Frühgeborenen-Netzwerk werden - im Einklang mit den geltenden ethisch-rechtlichen Bedingungen - die klinischen Daten und genetischen Informationen von mehr als 20.000 Frühgeborenen ermittelt und ausgewertet. Alle Kinder werden nach ihrer Geburt über einen Zeitraum von sechs Jahren beobachtet. Dabei wollen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem herausfinden, welche genetischen und klinischen Risikofaktoren Frühgeborene haben und wie sich diese auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Hierdurch sollen wertvolle Erkenntnisse zu geeigneten Behandlungsmethoden für sehr kleine Frühgeborene erzielt werden. Dieses Wissen kann dazu dienen, um beispielsweise Lungenerkrankungen, Entwicklungsstörungen und schwere Infektionen der Babys vorherzusagen und vorbeugend zu behandeln. Darüber sammelt das Frühgeborenen-Netzwerk einzigartige Daten- und Biomaterialien für zukünftige wissenschaftliche Studien.

Geleitet wird das Deutsche Frühgeborenen-Netzwerk von Professor Dr. Wolfgang Göpel, Neonatologe und pädiatrischer Intensivmediziner am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck.



Quelle: BMBF


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