Samstag, 11 Jul 2020
Foto: Lukas Moos / CC0 (via Pixabay)
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Es mag gute Gründe dafür geben, dass Bildungspolitiker und Fachleute genau hinsehen, wenn der Bund ein Zentralabitur einführen möchte, wie er das schon 2007 wollte: Je nach Regierungsfarben werden dem einen dann die falschen Prioritäten gesetzt, andere finden, dass mit einem bundesweit einheitlichen Standard fast immer der niedrigste manifestiert wird. Und dann gibt es natürlich das Stöhnen der Länder: Alles ganz speziell bei uns, uneinheitliche Fächer, andere Traditionen und überhaupt (dann unausgesprochen): Warum sollten wir eigentlich eines der letzten uns verbliebenen politischen Hoheitsrechte im Land aufgeben? Das hat dann auch etwas mit der Angst vor politischer Selbstverzwergung und Bedeutungslosigkeit zu tun.

Boris Johnson
Foto: Chatham House / CC BY 2.0 (via Flickr)

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Wenn man ehrlich ist, sind das aber alles Argumente, die an der Sache nicht sonderlich viel Interesse zeigen. In der geht es nämlich darum, eine Vergleichbarkeit von Schülerleistungen zu erreichen, die deren weiteren Lebensweg zu fairen Bedingungen initiiert. Dann, wenn es um die Aufnahme an Universitäten geht, an denen sich aus aller Herren Länder Schülerinnen und Schüler um die gleichen Studienplätze bewerben. Oder dann, wenn Lieschen Müller aus Duisburg in Nordrhein-Westfalen nach Traunstein in Bayern umzieht und zu völlig anderen Bedingungen ins Abitur geführt wird, als ihr das in der Heimat begegnet war.

Und zuletzt: Warum sollten wir uns bei der Vereinheitlichung denn tatsächlich immer auf dem untersten Niveau treffen? Das würde viel unwahrscheinlicher, wenn das Zentralabitur nicht ein kläglicher Kompromiss aus politischem Kuhhandel und politisch niederer Besitzstandswahrung wäre, sondern ein sinnvolles Curriculum von Experten und Fachleuten, die sich aus Abhängigkeiten befreien und die höchste Bildung im Sinn haben. Ob der dann am Ende Nationaler Bildungsrat heißen muss, sei dahingestellt.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
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