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Es ist schon erstaunlich, wie sich manche Debatten binnen weniger Jahre ins genaue Gegenteil verkehren. Vor zehn Jahren noch konnten Kinder gar nicht früh genug zur Schule gehen, manche wurden sogar mit vier Jahren eingeschult. Sie konnten auch gar nicht früh genug die Schule verlassen - je früher sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden, umso besser, lautete die Mehrheitsmeinung. Schließlich müsse Deutschland ja im internationalen Wettbewerb mithalten. Heute geht der Grundkonsens eher in die gegenteilige Richtung: Den Kindern soll ausreichend Zeit für ihre Entwicklung gegeben werden, Zwängen sollen sie bloß nicht zu früh ausgesetzt sein. Wissenschaftliche Studien stützen mal die eine, mal die andere Seite.

Clemens Tönnies
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Und doch lässt sich aus dieser Kehrtwende eine Lehre ziehen. Eltern sollten sich nicht beirren lassen, sie kennen ihr Kind am besten. Manch eines ist im Alter von fünf Jahren in der Schule gut aufgehoben, ein anderes aber möglicherweise erst mit sieben Jahren. Eine gute politische Lösung zum Einschulungsalter muss also eine sein, die den Eltern möglichst viel Flexibilität lässt.

Da besteht in NRW noch Nachholbedarf. Zwar hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) es erleichtert, dass Kinder per ärztlichem Attest ein Jahr zurückgestellt werden können. Das ist ein Fortschritt, aber nur die zweitbeste Lösung, weil das Kind bei diesem Prozedere den Eindruck gewinnen kann, es sei gesundheitlich angeschlagen und daher nicht schulfähig. Wenn der Korridor für den Einschulungsstichtag hingegen ausgeweitet wird, muss es diesen medizinischen Umweg gar nicht geben. Und wer sich nicht sicher ist, ob ein Kind tatsächlich schulreif ist, der mag sich am Pisa-Sieger Finnland orientieren. Dort werden Kinder ganz regulär erst mit sieben Jahren eingeschult.



Quelle: ots/Rheinische Post
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