Samstag, 11 Jul 2020
Foto: Violey / pixabay (CC)
 2-3 Minuten Lesezeit  486 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Neue Studie zeigt gewachsene Aufstiegsmöglichkeiten mit dem Studienabschluss in der Wirtschaft.

Die Politik muss mit unsicheren Wissen Entscheidungen treffen.
Foto: Alexandra Koch

Virologe Streeck sieht Schulöffnungen entspannt

Bachelorabsolventen haben gute Aussichten, in der Wirtschaft Karriere zu machen. Das zeigt die aktuelle Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert hat. Demnach führen Bachelor und Master in der Wirtschaft zu gleichermaßen guten Karriereperspektiven. Absolventen beider Abschlüsse steigen meist als Projektmitarbeiter ein und werden in der Hälfte der Fälle mit 30.000 bis 40.000 Euro jährlich auch gleich bezahlt. Bei den Unternehmen, die Masterabsolventen höhere Einstiegsgehälter bezahlen, liegt die Differenz meist bei unter zehn Prozent. Die Ergebnisse der Studie "Karrierewege für Bachelorabsolventen" beruhen auf einer Befragung von 1.497 Unternehmen im Jahr 2014, bei der konkret Faktoren wie Gehalt, Einstiegspositionen und Entwicklungsmöglichkeiten von Bachelor-Absolventen untersucht wurden.

Bei der Besetzung von Führungspositionen haben Bachelorabsolventen gute Chancen. Denn anders als in der Wissenschaft zählen in der Wirtschaft bei der Besetzung von Führungspositionen nicht die akademischen Grade, sondern zum Beispiel die Identifikation mit den Unternehmenszielen und die Leistungsmotivation. Das zeigte sich bereits in einer Befragung aus dem Jahr 2010 und wurde nun bestätigt. Auch beschäftigen immer mehr Unternehmen Bachelorabsolventen, seit 2010 ist ihr Anteil um zehn Prozentpunkte auf 23 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu den Ergebnissen von vor vier Jahren haben Master- und sogar Doktortitel noch weiter an Bedeutung verloren: Bei der großen Mehrheit der Unternehmen gibt es keine Positionen, für die ein Masterabschluss zwingend erforderlich wäre. In über 80 Prozent der Unternehmen werden Bachelorabsolventen bereits als Projektleiter eingesetzt, in knapp 60 Prozent sogar als Bereichs- oder Abteilungsleiter.

"Die Studie zeigt: Bachelorabsolventen haben in Unternehmen immer bessere Chancen. Der Bachelorabschluss ist etwas wert. Dies war eines der Ziele der Bologna-Reform", sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. "Bachelorabsolventen stehen viele Wege offen, sie haben gute Gehalts- und Karrieremöglichkeiten. Allen Unkenrufen zum Trotz: Damit kommt auch zum Ausdruck, dass viele Unternehmen die Kompetenzen schätzen, die Bachelorabsolventen mitbringen."

"Die Lage ist eindeutig besser als die allgemeine Stimmung", sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. "Die Befragung sollte auch ein Signal an die Hochschulen sein, Studierende zu ermutigen, den Sprung in die Berufspraxis bereits nach dem Bachelor zu wagen."

Den Unternehmen ist laut der Studie viel daran gelegen, ihre Mitarbeiter systematisch weiterzuentwickeln, etwa durch interne und externe Weiterbildungsangebote. Bei knapp der Hälfte der Arbeitgeber besteht die Möglichkeit, eine Teilzeitbeschäftigung für die individuelle Weiterbildung zu nutzen. Unterstützt wird von nahezu jedem zweiten Unternehmen außerdem die Teilnahme an Hochschulkursen, die mit einem Zertifikat abschließen. Ebenso viele Unternehmen sind bereit, ein berufsbegleitendes Masterstudium zu fördern. "Damit berufsbegleitendes lebenslanges Lernen in Zukunft zum Normalfall wird, müssen die entsprechenden Studienmöglichkeiten ausgebaut und passgenau mit der Weiterbildung in den Unternehmen verzahnt werden", sagt Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

Weitere Informationen und Download der Studie: http://www.bmbf.de/de/26927.php sowie unter www.stifterverband.de/bachelor-studie und http:www.iwkoeln.de.



Quelle: BMBF


#mehrGesellschaft
In Deutschland leben etwa 17 Millionen Menschen in Single-Haushalten, vor allem in Städten und Großstädten.
Foto: Joseph Gruenthal

Soziale Isolation kostet uns Lebensjahre

Der international bekannte Psychiater, Hochschullehrer und Stressforscher Mazda Adli rechnet mit einer Zunahme psychischer Belastung der Bevölkerung infolge der Corona-Krise. "Ich gehe davon aus,...
Die Schulen benötigen die Zeit, um sich auf eine neue Art des Unterrichts einzustellen.
Foto: Andy Falconer

Schulen benötigen Zeit für das neue Lernen

Seit Mitte März befinden sich Schüler, Eltern und Lehrer in einem permanenten Ausnahmezustand. Mit der Entscheidung, alle Schulen zu schließen, hat die Landesregierung richtig gehandelt. Sie dürfte...
Besonders lange dauert dabei die sogenannte Kundenphase von der Antragstellung bis zum Eingang der vollständigen Antragsunterlagen.
Foto: succo / CC0 (via Pixabay)

Arbeitslosengeld: Im Schnitt 49 Tage von Antragstellung bis Auszahlung

Wer seinen Job verliert und Arbeitslosengeld beantragt, muss im Schnitt 49 Kalendertage bis zur Auszahlung warten. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der...
"Ich fürchte die Signalwirkung für Funktionäre vom Schlage des zurückgetretenen Schalker Aufsichtsrats-Chefs Tönnies, die eigentlich über große Vermögen verfügen, aber im Notfall mit dem Klingelbeutel vor der Politik stehen."
Foto: Rosa Luxemburg-Stiftung / CC BY 2.0 (via Flickr)

Kevin Kühnert gegen NRW-Landesbürgschaft für Schalke 04

Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert hat sich kritisch zu Plänen in Nordrhein-Westfalen geäußert, dem Fußball-Bundesligisten Schalke 04 mit einer Bürgschaft zu helfen. Kühnert...
Werde der Werkvertrag verboten, stünden einige Unternehmen "vermutlich kurzfristig vor erheblichen Personalproblemen".
Foto: Jai79 / CC0 (via Pixabay)

Geplantes Verbot von Werkverträgen: Fleischwaren-Präsidentin zweifelt an Durchsetzungsfähigkeit

Sarah Dhem, Präsidentin des Bundesverbandes der Fleischwarenindustrie, ist skeptisch, dass das von der Bundesregierung angekündigte Verbot von Werkverträgen in der Fleischwirtschaft so umgesetzt...
Treffend spricht Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen davon, dass hier der Flügel längst der ganze Vogel geworden sei.
Foto: Vincent Eisfeld / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Die AfD macht sich selbst verdächtig

Die Beobachtung ihres gesamten Landesverbandes durch den Verfassungsschutz hat sich die Brandenburger AfD selbst zuzuschreiben. Wenn zum einen der AfD-Landeschef Andreas Kalbitz selbst dem eigenen...
Der Begriff Rasse gehört, um es klar zu formulieren, auf den Müllhaufen der Geschichte.
Foto: Gemma Chua-Tran

Nicht unantastbar

Kritiker wittern eine Scheindebatte. Sie sprechen von Symbolpolitik ohne Gehalt, die sich wie so oft darin erschöpft, das gute Gewissen zu streicheln. Und sie warnen davor, ohne Not Hand an die...
Back To Top