Dienstag, 14 Jul 2020
Foto: Michael Hagn / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  307 Worte im Text  vor 162 Tagen

Der Kampf gegen die Arbeitsverdichtung und für eine Entlastung der Beschäftigten nimmt für die Betriebsräte in Deutschland einen immer höheren Stellenwert ein. Vier von fünf Belegschaftsvertreter stellen fest, dass die zu bewältigende Arbeitsmenge in den Fabriken und Büros binnen zwei Jahren gestiegen sei, heißt es in einer neuen Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe) vorliegt.

Rezos Video taugt als Unterrichtseinheit für jede Journalistenschule.
Foto: Rewinside / CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Blaue Haare und gute Argumente

Demnach geben drei Viertel der teilnehmenden Arbeitnehmervertreter an, dass die Leistungserwartungen gewachsen seien und parallele Arbeitsprozesse (Multitasking) zugenommen hätten. 71 Prozent meinen, die Aufgaben seien komplexer und vielfältiger geworden. Ferner wird von mehr Abstimmungsnotwendigkeiten mit Kunden und Kollegen (66 Prozent) berichtet sowie von einer Zunahme der bezahlten Überstunden (62 Prozent). Noch ein gutes Drittel der Betriebsräte stellt gesteigerte Erwartungen an die Erreichbarkeit der Beschäftigten fest.

Elke Ahlers, Arbeitsschutzexpertin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, hat für ihre Analyse die jüngste Betriebsrätebefragung ausgewertet, an der 2018 fast 2300 Arbeitnehmervertreter teilgenommen hatten. Demzufolge machen die Betriebsräte mehrere Faktoren für die Arbeitsintensivierung verantwortlich: Als wichtigste Ursache stellen sich (für 65 Prozent) Personalengpässe heraus, die nicht nur als Folge von Krankheit oder hoher Auftragslage, sondern als Normalfall beschrieben werden. Weitere oft angeführte Gründe sind für etwa 60 Prozent der Betriebsräte Führungsmängel, schlechte Organisation und ungeplante Zusatzaufgaben.

Die Folgen sind aus Sicht von 77 Prozent der Betriebsräte wachsende Gesundheitsprobleme von Mitarbeitern, für 68 Prozent eine Verschlechterung des Betriebsklimas sowie für 47 Prozent eine Beeinträchtigung der Arbeitsqualität. Fast überall haben die Betriebsräte mit ihren Arbeitgebern schon über Entlastungen verhandelt. Drei Viertel der Betriebsräte haben schon bei übermäßig langen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten eingegriffen. Zur besseren Regulierung von Arbeitszeit und -menge haben 45 Prozent eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen. 83 Prozent haben mehr Personal angefordert. Doch seien nur in 44 Prozent der Betriebe dann neue Leute eingestellt worden - oft temporäre Aushilfen oder Leiharbeiter.



Quelle: ots/Stuttgarter Zeitung
#mehrGesellschaft
Der Begriff Rasse gehört, um es klar zu formulieren, auf den Müllhaufen der Geschichte.
Foto: Gemma Chua-Tran

Nicht unantastbar

Kritiker wittern eine Scheindebatte. Sie sprechen von Symbolpolitik ohne Gehalt, die sich wie so oft darin erschöpft, das gute Gewissen zu streicheln. Und sie warnen davor, ohne Not Hand an die...
"Ich fürchte die Signalwirkung für Funktionäre vom Schlage des zurückgetretenen Schalker Aufsichtsrats-Chefs Tönnies, die eigentlich über große Vermögen verfügen, aber im Notfall mit dem Klingelbeutel vor der Politik stehen."
Foto: Rosa Luxemburg-Stiftung / CC BY 2.0 (via Flickr)

Kevin Kühnert gegen NRW-Landesbürgschaft für Schalke 04

Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert hat sich kritisch zu Plänen in Nordrhein-Westfalen geäußert, dem Fußball-Bundesligisten Schalke 04 mit einer Bürgschaft zu helfen. Kühnert...
Treffend spricht Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen davon, dass hier der Flügel längst der ganze Vogel geworden sei.
Foto: Vincent Eisfeld / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Die AfD macht sich selbst verdächtig

Die Beobachtung ihres gesamten Landesverbandes durch den Verfassungsschutz hat sich die Brandenburger AfD selbst zuzuschreiben. Wenn zum einen der AfD-Landeschef Andreas Kalbitz selbst dem eigenen...
Werde der Werkvertrag verboten, stünden einige Unternehmen "vermutlich kurzfristig vor erheblichen Personalproblemen".
Foto: Jai79 / CC0 (via Pixabay)

Geplantes Verbot von Werkverträgen: Fleischwaren-Präsidentin zweifelt an Durchsetzungsfähigkeit

Sarah Dhem, Präsidentin des Bundesverbandes der Fleischwarenindustrie, ist skeptisch, dass das von der Bundesregierung angekündigte Verbot von Werkverträgen in der Fleischwirtschaft so umgesetzt...
Besonders lange dauert dabei die sogenannte Kundenphase von der Antragstellung bis zum Eingang der vollständigen Antragsunterlagen.
Foto: succo / CC0 (via Pixabay)

Arbeitslosengeld: Im Schnitt 49 Tage von Antragstellung bis Auszahlung

Wer seinen Job verliert und Arbeitslosengeld beantragt, muss im Schnitt 49 Kalendertage bis zur Auszahlung warten. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der...
Womöglich ist die Zeit der "Alles-unter-einem Dach"-Häuser einfach vorbei.
Foto: Magnussen, Friedrich (1914-1987) - Stadtarchiv Kiel / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)

Die Zeit der Warenhäuser ist vorbei

Was für ein Niedergang! Einst war die Warenhaus-Branche eine Sammlung klangvoller Namen: Horten, Hertie, Karstadt, Kaufhof teilten sich den großen Umsatzkuchen. Dann kam Amazon und machte den Weg...
In Deutschland leben etwa 17 Millionen Menschen in Single-Haushalten, vor allem in Städten und Großstädten.
Foto: Joseph Gruenthal

Soziale Isolation kostet uns Lebensjahre

Der international bekannte Psychiater, Hochschullehrer und Stressforscher Mazda Adli rechnet mit einer Zunahme psychischer Belastung der Bevölkerung infolge der Corona-Krise. "Ich gehe davon aus,...
Back To Top