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Wer unter seiner Qualifikation arbeitet, ist nicht nur häufig im Arbeitsleben unzufrieden und verdient weniger.
Wer unter seiner Qualifikation arbeitet, ist nicht nur häufig im Arbeitsleben unzufrieden und verdient weniger. Foto: Liam Martens
 1-2 Minuten Lesezeit  304 Worte im Text  vor 82 Tagen

Fast jeder sechste Arbeitnehmer in Deutschland ist überqualifiziert. Gut 5,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (15,7 Prozent) haben einen Job mit einem Anforderungsprofil unterhalb der eigenen Qualifikation. Das geht aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Links-Fraktion hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vorliegt.

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Foto: Johannes Plenio / CC0 (via Pixabay)

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Männer sind demnach mit 14,5 Prozent seltener betroffen als Frauen mit 17,2 Prozent. Weitaus höher ist der Anteil überqualifizierter Beschäftigter bei Minijobs. Mit 20,5 Prozent ist fast jede fünfte geringfügig beschäftigte Person betroffen. In den alten Bundesländern liegt der Anteil Überqualifizierter niedriger als in den neuen Bundesländern - und zwar sowohl bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (15,3 Prozent gegenüber 17,6 Prozent) als auch bei Minijobbern (19,8 gegenüber 25,6 Prozent).

Die Auswertung (Stichtag: 30. Juni 2019) fußt auf der Annahme, dass Helfertätigkeiten keinen Abschluss, Fachkräfte- und Spezialistentätigkeiten einen Berufsabschluss, jedoch keinen Hochschulabschluss sowie Expertentätigkeiten einen Hochschulabschluss erfordern. Niedrigere Anforderungsniveaus gehen typischerweise mit einer niedrigeren Bezahlung einher. So liegt nach den Daten der Bundesagentur für Arbeit das Durchschnittsentgelt von Fachkräften 793 Euro höher als das Durchschnittsentgelt der Helfer.

"Wer unter seiner Qualifikation arbeitet, ist nicht nur häufig im Arbeitsleben unzufrieden und verdient weniger. Auch die bisherige Qualifikation wird schleichend entwertet", beklagte Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Links-Fraktion, in der NOZ. Das verschlechtere langfristig die Arbeitsmarktchancen der Betroffenen. Seit rund 15 Jahren setze die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung auf "Arbeit um jeden Preis", was in großem Stil Arbeitsmarktpotenzial vernichtet habe, kritisierte die Fachpolitikerin. Das zeige sich besonders in den neuen Bundesländern, die sowohl höhere Arbeitslosenquoten als auch einen höheren Anteil überqualifizierter Beschäftigter auswiesen.

Zimmermann forderte: "Die widersinnigen Sperrzeiten und Sanktionen gegen Erwerbslose müssen abgeschafft und stattdessen Erwerbslose bei der Suche nach qualifikationsgerechter Beschäftigung wirksam unterstützt werden." Außerdem müssten Minijobs als Beschäftigungsform "abgeschafft und durch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ersetzt werden".

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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