Samstag, 24 Okt 2020
Nicht nur die großen Unternehmen, auch die Kleinstbetriebe und die "normalen Arbeitnehmer" müssen geschützt werden.
Nicht nur die großen Unternehmen, auch die Kleinstbetriebe und die "normalen Arbeitnehmer" müssen geschützt werden. Foto: Moshe Harosh
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Die Bundesregierung hat in der Corona-Krise einen Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen mit unbegrenzten Krediten beschlossen. Auch zur Rettung der Banken floss einst Geld des Steuerzahlers. "Too big to fail" - als zu groß, um zu scheitern, wurden systemrelevante Finanzhäuser eingestuft, denn ihre Pleite würde auch auf die "kleinen Leute" durchschlagen wie bei der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers 2008. Deshalb versicherte damals Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass in Deutschland die Spareinlagen sicher seien. So blieb es ruhig im Land.

Bernd Riexinger
Foto: DIE LINKE / CC BY 2.0 (via Flickr)

Versammlungsrecht muss trotz Corona-Beschränkungen gelten

Nun ist die Unruhe groß, Deutschland wird teilweise die Grenzen schließen, und ab Montag werden fast im ganzen Land Schulen und Kitas geschlossen beziehungsweise nur im Notbetrieb aufrecht erhalten für Kinder von sozusagen systemrelevanten Eltern wie Ärzten, Pflegern und Polizisten.

Damit wissen viele Hunderttausend Männer und Frauen nicht, wie sie Job und Kinder unter einen Hut bringen sollen - und zu Oma und Opa dürfen die Kleinen wegen der Ansteckungsgefahr nicht. Diese Eltern sind aber in anderer Hinsicht systemrelevant. Sie sind ohnehin mehrfach belastet, und ihre Kinder sind die Zukunft, nicht nur für den Generationenvertrag, der die Rente sichert. Mütter und Väter sind in der Regel gut organisiert - aber übers Wochenende kann man nicht sein halbes Leben umkrempeln.

Nicht nur die großen Unternehmen, auch die Kleinstbetriebe und die "normalen Arbeitnehmer" müssen geschützt werden. Wenn die Regierung einen 550-Milliarden-Euro-Schutzschirm für die Wirtschaft aufspannen kann, ist auch diese Garantie möglich: Ihre Löhne sind sicher. Sonst greift das Coronavirus nicht nur die Gesundheit an, sondern auch die Moral. Und davon werden wir noch viel brauchen.

Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
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