Die 100 ist eine Krisenzahl? Stimmt nur halb. Zur Wahrheit gehört: Die Inzidenzzahlen selbst sind in der Krise.
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Corona-Politik des Berliner Senats: Jeder Tag zählt bei der Öffnung

Berlin (ots) - Die Altersgruppe mit dem höchsten Armutsrisiko sind nach Erkenntnissen des Soziologen Jürgen Schupp die jungen Erwachsenen. Das gehe aus dem aktuellen, nunmehr sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor, sagte der Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "nd.DerTag" (Freitagausgabe). Auf diese Gruppe müsse jetzt der politische Fokus gerichtet werden: "Diejenigen ohne ordentlichen Schulabschluss oder ohne beruflichen Abschluss müssen vor dem Schicksal der Langzeitarbeitslosigkeit bewahrt werden", so Schupp, der am DIW von 2011 bis 2017 das Sozio-oekonomische Panel geleitet hatte. Dessen Arbeit ist eine wesentliche Datengrundlage aller Armuts- und Reichtumsberichte.

Im vierten und fünften dieser Berichte war die Kinderarmut noch überproportional hoch, das sei in der jüngsten Version nicht mehr der Fall, erläuterte Schupp. Er sehe noch Handlungsbedarf dazu, in welcher Form Kindern unabhängig von Hartz IV ihnen zustehende Leistungen gewährt werden könnten. Mit dem jüngsten Bericht habe das DIW eine neue Datenbasis für die Hocheinkommensbeziehenden vorgelegt, erklärte der Wissenschaftler. "Da konnte im Bereich der Vermögen eine größere Ungleichheit identifiziert werden, als sie im letzten Bericht noch angenommen wurde." Schupp bemängelte unabhängig davon die sehr schlechte Datenlage im Bereich der hohen und höchsten Einkommen in Deutschland. Der neueste Armuts- und Reichtumsbericht war am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet worden.

Quelle: ots/nd.DerTag / nd.DieWoche
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