#zeitfokus.

Freitag, 03 Apr 2020
Kommentar: Abflachen der Pleitewelle nötig.

Düsseldorf (ots) - Ein groß dimensionierter Rettungsfonds für die Wirtschaft, wie er jetzt von der Bundesregierung erwogen wird, ist die richtige Reaktion auf diese Mutter aller Krisen. War der Bankenrettungsfonds in der Finanzkrise das richtige Mittel, ist es ein solcher Fonds in der Corona-Krise, die allmählich die gesamte Realwirtschaft erfasst, erst recht. Vor gut zehn Jahren ging es "nur" um die systemrelevanten großen Banken, heute geht es um alle Unternehmen. In der sozialen Marktwirtschaft sind sie alle systemrelevant. Die drohende Insolvenzwelle muss eingedämmt werden, koste es, was es wolle. Ein 500-Milliarden-Fonds könnte dafür noch zu klein sein. Denn die gesamte Gesellschaft ist auf Unternehmen und Arbeitsplätze angewiesen, nach der Überwindung der Krise umso mehr. "Flatten the curve" ist nicht nur bezogen auf das Virus das Gebot der Stunde, sondern auch bezüglich der Pleitewelle. Wie der Staat seine Mittel im Einzelfall konkret anwendet, muss er allerdings klug abwägen. Staatsbeteiligungen können nur bei solchen größeren Unternehmen sinnvoll sein, die strategisch wichtig für ganze Branchen sind, für das Funktionieren der wirtschaftlichen Abläufe oder die Sicherung Tausender Arbeitsplätze. Das könnte etwa bei der Lufthansa oder wichtigen Versorgern der Fall sein. Anders als in der Bankenkrise würde sich der Staat heute überwiegend an gesunden Unternehmen beteiligen, die bisher gute Gewinne erwirtschaftet haben. Beteiligungen könnte er nach der Krise problemloser wieder abstoßen. Kleinere Unternehmen benötigen vor allem direkte Zuschüsse und weniger neue Kredite, um über die Durststrecke zu kommen. Das hat die Regierung zunächst nicht erkannt, nun will sie auch hier nachsteuern. Alle Hilfen müssen nächste Woche anlaufen, sonst klappt es nicht mit dem Abflachen der Pleitewelle.

Quelle: ots/Rheinische Post
Tesla-Factory Tilburg, Holland
Foto: Jakob Härter / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

IW-Chef beklagt Verzögerungen beim Bau der Tesla-Fabrik

Düsseldorf (ots) - Ein groß dimensionierter Rettungsfonds für die Wirtschaft, wie er jetzt von der Bundesregierung erwogen wird, ist die richtige Reaktion auf diese Mutter aller Krisen. War der Bankenrettungsfonds in der Finanzkrise das richtige Mittel, ist es ein solcher Fonds in der Corona-Krise, die allmählich die gesamte Realwirtschaft erfasst, erst recht. Vor gut zehn Jahren ging es "nur" um die systemrelevanten großen Banken, heute geht es um alle Unternehmen. In der sozialen Marktwirtschaft sind sie alle systemrelevant. Die drohende Insolvenzwelle muss eingedämmt werden, koste es, was es wolle. Ein 500-Milliarden-Fonds könnte dafür noch zu klein sein. Denn die gesamte Gesellschaft ist auf Unternehmen und Arbeitsplätze angewiesen, nach der Überwindung der Krise umso mehr. "Flatten the curve" ist nicht nur bezogen auf das Virus das Gebot der Stunde, sondern auch bezüglich der Pleitewelle. Wie der Staat seine Mittel im Einzelfall konkret anwendet, muss er allerdings klug abwägen. Staatsbeteiligungen können nur bei solchen größeren Unternehmen sinnvoll sein, die strategisch wichtig für ganze Branchen sind, für das Funktionieren der wirtschaftlichen Abläufe oder die Sicherung Tausender Arbeitsplätze. Das könnte etwa bei der Lufthansa oder wichtigen Versorgern der Fall sein. Anders als in der Bankenkrise würde sich der Staat heute überwiegend an gesunden Unternehmen beteiligen, die bisher gute Gewinne erwirtschaftet haben. Beteiligungen könnte er nach der Krise problemloser wieder abstoßen. Kleinere Unternehmen benötigen vor allem direkte Zuschüsse und weniger neue Kredite, um über die Durststrecke zu kommen. Das hat die Regierung zunächst nicht erkannt, nun will sie auch hier nachsteuern. Alle Hilfen müssen nächste Woche anlaufen, sonst klappt es nicht mit dem Abflachen der Pleitewelle.

Quelle: ots/Rheinische Post
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