Samstag, 26 Sep 2020
Es kann also durchaus sein, dass sich Wladimir Putin mit dem Druck auf seine Forschungseinrichtungen und der vermeintlichen Spitzenleistung überhaupt keinen Gefallen getan hat.
Foto: Дмитрий Осипенко

Mit Impfung an die Weltspitze?

Berlin (ots) - Die Corona-Krise trifft auch die Berliner Polizei nicht nur unerwartet hart, sondern auch zur Unzeit. Denn auch ohne den derzeitigen Ausnahmezustand in der Stadt ist der Berg an Überstunden bei der Polizei weiter angewachsen. 1,9 Millionen Überstunden schieben die Beamten derzeit vor sich her, allein im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres wuchs er um 200.000 Überstunden an. Zur Verdeutlichung: 1,9 Millionen Stunden entsprechen ungefähr der Jahresarbeitszeit von 250 Polizisten. Es steht außer Frage, dass diese Zahl angesichts der aktuellen Lage weiter steigen wird. Allein 100 Polizisten sind derzeit zusätzlich nachts unterwegs, um die Mitte der Woche beschlossenen Kneipen- und Ladenschließungen durchzusetzen. Noch immer halten sich nicht alle an die nächtlichen Öffnungsverbote. Das könnte sich schon bald rächen. Wenn die Polizei weiter derart auf Verschleiß gefahren wird, wird der Krankenstand steigen - und die anderen Kollegen müssen noch mehr arbeiten. Es ist ein Teufelskreis. Tatsächlich muss dringend darüber nachgedacht werden, welche Aufgaben die Polizei noch wahrnehmen soll und welche möglicherweise vom Ordnungsamt übernommen werden können. Doch auch hier liegt der Teufel im Detail: Verstöße gegen die aktuellen Krisenvorschriften sind Straftaten - und dürfen wegen des Gewaltmonopols nur von der Polizei verfolgt werden. Und als wäre das alles nicht genug, kommt ganz sicher weitere Mehrarbeit hinzu: Jede neue Beschränkung, die in Zeiten der Corona-Krise beschlossen wird, muss von der Polizei durchgesetzt werden. Angesichts dieser trüben Aussichten möchte man den aktuellen Dreiklang aus Händewaschen, zu Hause bleiben und Menschenmengen meiden um den Appell erweitern: Und bleibt bitte friedlich! Die Polizei hat mehr als genug zu tun.

Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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