Samstag, 31 Okt 2020
Angela Merkels Kanzlerschaft ist nach 15 Jahren so ungefährdet wie nie.
Foto: EU2017EE Estonian Presidency / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Merkels selbstbefreites Regieren

Mainz (ots) - Für umgerechnet einen Euro am Tag landesweit Bus und Bahn benutzen. Diese Flatrate-Angebote sind ein konsequenter Schritt, um möglichst viele zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu motivieren. Hessen geht diesen Weg mit dem kostenlosen Jobticket für Landesbedienstete, dem bereits eingeführten 365-Euro-Schülerticket und dem geplanten Seniorenticket konsequent und nimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das hessische Schülerticket hat gezeigt, dass mit attraktiven und einfachen Ticketpreismodellen die Nutzung von Bus und Bahn steigt. Jeder vierte Jugendliche fährt seitdem häufiger mit dem öffentlichen Nahverkehr, hat die Begleitforschung ergeben. Und 20 Prozent der Eltern berichten, dass sie seitdem die Kinder weniger häufig mit dem Auto zur Schule oder sonst irgendwohin bringen. Doch der Preis ist nur eine Stellschraube. Das günstigste Ticket nützt nichts, wenn das Angebot ansonsten mies ist. Wenn in ländlichen Regionen stundenlang kein Bus fährt und umgekehrt im Ballungsraum Rhein-Main Bus und Bahn zu Pendlerzeiten völlig überfüllt sind, steigen Betroffene schnell wieder auf das bequeme Auto um. Problematisch ist, dass der Sanierungsstau auf der Schiene sich täglich bemerkbar macht. Wer nur das Wort "Weichenstörung" hört, weiß welche Stunde ihm geschlagen hat. Der darüber hinaus notwendige Ausbau der Schieneninfrastruktur wird Jahre in Anspruch nehmen, notwendig ist er trotzdem. Denn nur mit einem attraktiven Nahverkehr lässt sich der Verkehr auf den Straßen reduzieren und das Klima schützen.



Quelle: ots/Allgemeine Zeitung Mainz


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