Donnerstag, 13 Aug 2020
Ola Källenius
Ola Källenius Foto: Matti Blume / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  353 Worte im Text  vor 184 Tagen

Selten gab es in der Automobilindustrie mehr Ungewissheit über den Verlauf eines Jahres als in diesem Februar 2020. Das gilt in besonderem Maß für Daimler. Der Dax-Konzern hat ein katastrophales Jahr hinter sich mit milliardenschweren Sonderlasten. Den Gewinneinbruch büßen die Aktionäre mit der geringsten Dividende seit dem ausschüttungslosen Jahr 2010. Damit müssen die Stuttgarter nun nicht nur den Start in die Elektromobilität beschleunigen, um potenziell milliardenschwere Strafen wegen eines Verfehlens der EU-Flottenemissionsziele zu vermeiden, sondern zugleich drastisch sparen, um den Margenverfall im Kerngeschäft zu stoppen.

Man traut ihm zwar jederzeit zu, die Energiewende kompetent vorantreiben. Bei Konzepten für Wirtschaftshilfen ist die Expertise eher dünn.
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Grünen-Zwischentief hat Gründe

Laut CEO Ola Källenius hat der Konzern zwar alle Vorbereitungen getroffen - sowohl für die Einsparungen als auch für die Elektromobilität und die Digitalisierungsoffensive. Doch nun müssen die Pläne vom Reißbrett auf die Straße gebracht werden. Und darin liegt die Krux. Es kann zwar kaum bezweifelt werden, dass Daimler in der Lage ist, qualitativ hochwertige Elektroautos zu bauen. Mit dem Entertainmentsystem MBUX liegt zudem der Beweis vor, dass Daimler in Sachen Fahrzeug-Digitalisierung zumindest vor der deutschen Konkurrenz nicht bange sein muss. Auch die Marge dürfte mit entsprechenden Effizienzbemühungen wieder steigen. Källenius hat recht, wenn er sagt, es sei kaum nachvollziehbar, dass der Premiumhersteller mit den höchsten Preisen und dem höchsten Absatz die geringsten Margen einfährt.

Die entscheidende Frage wird sein, ob Daimler die Marke Mercedes-Benz ohne Wertverlust ins E-Auto-Zeitalter überführen kann. In der Vergangenheit war es oft genau diese Frage, an der Traditionskonzerne gescheitert sind. Nokia und Blackberry haben auch gute Smartphones entwickelt. Am Ende wollten aber kaum Kunden diese von der alten Garde kaufen und griffen lieber zu den Produkten der Newcomer Apple und Samsung.

Damit es für Mercedes nicht ebenso endet, will Källenius die Marke neu positionieren. Ob das klappen kann? Unklar. Dass unlängst die X-Klasse nach wenigen Jahren wieder aufgegeben wurde, steigert das Vertrauen in die Marktprognosen von Daimler nicht gerade. Und auch beim ersten reinen E-Auto EQC spricht Källenius zwar von einer "sehr gesunden" Nachfrage. Bei batterieelektrischen Autos waren bislang indes Limousinen mit überlegener Reichweite die dominante Bauform. Zweifel an der Daimler-Strategie dürften anhalten. Der Vertrauensvorschuss wurde mit dem Katastrophenjahr 2019 verspielt.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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