#zeitfokus.

Sonntag, 29 Mär 2020
Foto: 403838/ CC0 (via pxhere)
 1-2 Minuten Lesezeit  298 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr
UN-Behindertenrechtskonvention: Weniger Bürokratie, mehr Integration. Heute vor zehn Jahren trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Seither konnten mehr Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben integriert werden – aber es gibt noch Luft nach oben: Weniger Bürokratie würde den Unternehmen dabei helfen, mehr Menschen auf behindertengerechten Arbeitsplätzen zu beschäftigen. Die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt macht große Fortschritte: Von 2007 bis 2016 stieg die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten bei Arbeitgebern mit 20 oder mehr Arbeitsplätzen um 245.000 auf 1,05 Millionen – und damit mehr als die Zahl schwerbehinderter Menschen in der Bevölkerung. Die Erfahrungen der Unternehmen sind durchweg positiv: Viele Arbeitgeber berichten von einem Bewusstseinswandel bei ihren Führungskräften und Beschäftigten. Sie erleben täglich aufs Neue, dass "behindert" nicht automatisch "leistungsgemindert" bedeutet. In der Praxis hakt es noch oft Allerdings gibt es noch viel zu tun: Behinderte Menschen müssen auch die Chance bekommen, ihre Fähigkeiten und ihr Können unter Beweis zu stellen und ihre Talente zu entwickeln. Dafür braucht es individuelle und professionelle Unterstützung. Hier hakt es oft noch: Arbeitgeber ärgern sich über komplizierte Antragstellung und zu viele Ansprechpartner, wenn sie beispielsweise behinderungsgerechte Arbeitsplätze einrichten oder Ausbildungshilfen beantragen wollen. Wäre dies unbürokratischer und transparenter, könnten Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt noch besser eingegliedert werden als bisher. Eine zweite Hürde müssen Menschen mit Behinderung selbst nehmen: Arbeitgeber beklagen oft, dass sie kaum Bewerbungen von Menschen mit einer Behinderung erhalten. Offenbar fühlen sich viele von ihnen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung immer noch besser aufgehoben als in einem Unternehmen der Privatwirtschaft. Die Folge: Sie bewerben sich gar nicht, Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt finden kaum statt. Wichtig für beide Seiten, also Arbeitssuchende mit Behinderung und Unternehmen: Viele Initiativen der Wirtschaft, wie REHADAT oder das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung KOFA, zeigen Potenziale auf und halten professionelle Informationen bereit. Quelle: IW Köln

Heute vor zehn Jahren trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Seither konnten mehr Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben integriert werden – aber es gibt noch Luft nach oben: Weniger Bürokratie würde den Unternehmen dabei helfen, mehr Menschen auf behindertengerechten Arbeitsplätzen zu beschäftigen.

empty alt
Foto: pxhere / CC0

Im Höhenflug - Analyse zum Aktienmarkt

Die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt macht große Fortschritte: Von 2007 bis 2016 stieg die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten bei Arbeitgebern mit 20 oder mehr Arbeitsplätzen um 245.000 auf 1,05 Millionen – und damit mehr als die Zahl schwerbehinderter Menschen in der Bevölkerung. Die Erfahrungen der Unternehmen sind durchweg positiv: Viele Arbeitgeber berichten von einem Bewusstseinswandel bei ihren Führungskräften und Beschäftigten. Sie erleben täglich aufs Neue, dass "behindert" nicht automatisch "leistungsgemindert" bedeutet.

In der Praxis hakt es noch oft

Allerdings gibt es noch viel zu tun: Behinderte Menschen müssen auch die Chance bekommen, ihre Fähigkeiten und ihr Können unter Beweis zu stellen und ihre Talente zu entwickeln. Dafür braucht es individuelle und professionelle Unterstützung. Hier hakt es oft noch: Arbeitgeber ärgern sich über komplizierte Antragstellung und zu viele Ansprechpartner, wenn sie beispielsweise behinderungsgerechte Arbeitsplätze einrichten oder Ausbildungshilfen beantragen wollen. Wäre dies unbürokratischer und transparenter, könnten Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt noch besser eingegliedert werden als bisher.

Eine zweite Hürde müssen Menschen mit Behinderung selbst nehmen: Arbeitgeber beklagen oft, dass sie kaum Bewerbungen von Menschen mit einer Behinderung erhalten. Offenbar fühlen sich viele von ihnen in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung immer noch besser aufgehoben als in einem Unternehmen der Privatwirtschaft. Die Folge: Sie bewerben sich gar nicht, Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt finden kaum statt.

Wichtig für beide Seiten, also Arbeitssuchende mit Behinderung und Unternehmen: Viele Initiativen der Wirtschaft, wie REHADAT oder das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung KOFA, zeigen Potenziale auf und halten professionelle Informationen bereit.



Quelle: IW Köln
#mehrNachrichten
Mark Carney
Foto: Bank of England / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Musterknabe: Bank of England

Mark Carney hat in der letzten Woche seiner Amtszeit als Gouverneur der Bank of England eine Salve aus der Stalinorgel abgefeuert, um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die britische...
Ist die geschichtsträchtigste Woche erst erreicht, wenn Lagarde Helikoptergeld 5.0 ankündigt?
Foto: Paul Fiedler

Die Turbulenzen halten an

Ob die gerade abgelaufene Woche als die geschichtsträchtigste in Sachen Coronakrisen-Bekämpfung in die Kapitalmarktjahrbücher eingehen wird oder ob dies nur der Anfang einer Kette von Paukenschlägen internationaler...
Untersuchung der Absturzstelle von MH-17 durch Niederländische und Australische Ermittler.
Foto: Ministerie van Defensie / CC0 (via Wikimedia Commons)

Eiskalt und unmenschlich

Vor der russischen Botschaft in Den Haag standen am Wochenende 298 leere Stühle. Aufgestellt von Menschen, die im Juli 2014 ihre Angehörigen verloren, weil eine russische Rakete über der Ost-Ukraine einen...
Es ist der gefühlte und tatsächliche Kontrollverlust, der die Menschen in Angst versetzt.
Foto: PublicDomainPictures

Kontrollverlust

Die nächste Krise sei so sicher wie das Amen in der Kirche, aber man wisse nicht, wann sie komme und durch was sie ausgelöst werde. So das Narrativ seit Bewältigung der Finanzkrise. Nun wissen wir...
Es ist ein großer Fehler, dass die EU keine koordinierte Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus und dessen wirtschaftliche Auswirkungen hat.
Foto: 𝓴𝓘𝓡𝓚 𝕝𝔸𝕀

Ökonomen warnen wegen Coronavirus vor neuer Banken- und Staatsschuldenkrise

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus warnen führende Ökonomen vor einer dramatischen Ausweitung der ökonomischen Krise. Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts, sagte der "Neuen...
empty alt
Foto: Sgt. Matthew Callahan / VIRIN: 170602-M-IN448-180

Eskalation in Syrien mit Ankaras Ansage

Diese Eskalation war absehbar. Sie macht das Versagen der Vereinten Nationen, der EU, der Nato - und natürlich Russlands - im Syrien-Konflikt noch einmal deutlich. Die Türkei marschierte im Oktober...
In der Gesellschaft hat ein Bewusstseinswandel eingesetzt, weil der Klimawandel real ist und unsere Lebensgrundlagen bedroht.
Foto: Markus Spiske

Nachhaltigkeit lohnt

Auf dem 13. Finanzplatztag der WM Gruppe, der gerade in der IHK Frankfurt stattfand, hat ein Thema dominiert: die nachhaltige und grüne Geldanlage. Dabei hat Ali Masarwah von Morningstar in einem...
Back To Top