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Ein Oberstleutnant des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr hat einen Strafbefehl wegen eines Hitlergrußes akzeptiert. Das bestätigten das Amtsgericht Böblingen und die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf Nachfrage des ARD-Magazins „Panorama“ (NDR), von Radio Bremen und dem Y-Kollektiv. Der ehemalige Kompaniechef hatte erst Einspruch gegen den von der Staatsanwaltschaft Stuttgart beantragten Strafbefehl eingelegt, diesen Einspruch dann aber zurückgenommen. Damit wird der Strafbefehl über 4000 Euro rechtskräftig.

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Der Oberstleutnant der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK (Kommando Spezialkräfte) hatte auf seiner Abschiedsfeier den Hitlergruß gezeigt. „Panorama“, Radio Bremen und das Y-Kollektiv hatten im vergangenen Jahr über die Abschiedsfeier berichtet. Die Staatsanwaltschaft leitete deswegen Ermittlungen gegen den Offizier ein. Gegen einen weiteren Soldaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart, auch er soll einen Hitlergruß gezeigt haben. Die Ermittlungen stützten sich vor allem auf die Aussagen einer Augenzeugin, die anonym in „Panorama“ über den Abend berichtet hatte.

Der rechtskräftige Strafbefehl ist insbesondere deshalb bemerkenswert, da zuvor interne Ermittlungen der Bundeswehr zum gegenteiligen Ergebnis gekommen waren. Offenbar schenkte die Bundeswehr den Aussagen der untergebenen Soldaten Glauben, die keinen Hitlergruß ihres Kompaniechefs gesehen hatten. Die Bundeswehr erklärte dazu, von diesem Vorgang noch keine Kenntnis zu haben. Die internen Ermittlungen zu dem Soldaten dauerten weiter an. Zur Zeit dürfe der Soldat seinen Dienst nicht ausüben.

Bei einer Abschiedsfeier für den Kompaniechef der 2. Kompanie des KSK am 27. April 2017 auf einer Schießanlage in der Nähe von Stuttgart sollen laut der Augenzeugin mehrere Soldaten den Hitlergruß gezeigt sowie Rechtsrock gehört haben. Die Augenzeugin schilderte, dass sie von einem befreundeten Soldaten zu der Abschiedsfeier als "Hauptpreis" für den Kompaniechef eingeladen worden war. Hauptpreis meinte in diesem Fall Sex, zu dem es dann aber offenbar nicht kam. Ihre Angaben belegte die Augenzeugin mit diversen Chatnachrichten und Flugtickets.

Diese Chatnachrichten belegten die Planung der Veranstaltung durch die KSK-Soldaten. „Jetzt haben wir uns überlegt, was können wir für den Chef machen. Er muss einen Parcours ablaufen. Am Ende bist du dann sein Preis. Dann darf er dich mit ins Zelt nehmen und ordentlich an dir austoben. Glaub mir, das wird genau dein Ding“, teilte ihr ein KSK-Soldat mit.

Dieser Parcours sah laut Bundeswehr, die auf Nachfrage vom Y-Kollektiv, Radio Bremen und „Panorama“ anwesende Soldaten vernommen hat, wie folgt aus: „Dieser Parcours stand unter dem Motto 'römisch-mittelalterliche Spiele'. Einige Soldaten trugen deswegen Überhänge, die zu dieser Zeit passen sollten. Zu den Aufgaben zählten Bogenschießen, das Zerteilen von Melonen und Ananas mit einem Schwert, das Zerteilen eines Holzstammes mit einer Axt, das Werfen von Schweineköpfen und das Überwinden einer Hinderniswand.“

Keine Hinweise habe man auf den Hitlergruß, so die Bundeswehr nach ersten Ermittlungen. Die Truppe stützte sich auf Aussagen von anwesenden Elitesoldaten, die von Vorgesetzten im Nachgang zu dem Abend befragt wurden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart kam nach monatelangen Ermittlungen zu einem anderen Ergebnis und hielt die Aussagen der Augenzeugin für glaubhaft.



Quelle: NDR


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