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Ein neuer Tag, eine neue Schreckensmeldung. Würzburg, München, Reutlingen, Ansbach. Die Verdichtung des Horrors lässt schaudern. Der junge Mann, der sich vor einem Musikfestival in die Luft gesprengt und mehr als ein Dutzend Unschuldige verletzt hat, hat sich allem Anschein nach von radikalen Islamisten zu seiner Tat inspirieren lassen. Er war aber wohl vor allem eins: psychisch krank.

Klöckner betonte: "Bisher war das Vorgehen der Länder hier unterschiedlich - das hat zu verständlichem Unmut bei den Landwirten geführt."
Foto: Lothar Spurzem / CC BY-SA 2.0 DE (via Wikimedia Commons)

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Psychische Erkrankungen können sich in extremen Fällen auf eine mörderische Art entladen, der Absturz der Germanwings-Maschine im vergangenen Jahr war dafür ein grauenhaftes Beispiel. Manchen instabilen Menschen dienen radikale Ideologien als Projektionsfläche, um ihren Vernichtungsfantasien einen Sinn zu geben - übersteigerter Nationalismus, Dschihadismus, all jene Verwirrungen, die Leben in wert und unwert einteilen. Diese Inspirationsquellen müssen ausgetrocknet werden. Eine Lehre aus den vergangenen Tagen sollte aber auch sein, dass das immer noch viel zu löchrige Netz an psychotherapeutischen Hilfsangeboten ausbaubedürftig ist. Menschen, die mit ihrem Wahn, ihrer Depression, ihrer Verwirrung, ihrer Wut allein bleiben, deren Zustand nicht rechtzeitig und nicht richtig diagnostiziert wird, können zu einer Gefahr für sich und die Gesellschaft werden. Genaueres Hinschauen kann Leben retten.

Die Diskussion wird wohl aber in eine andere Richtung laufen. Der Täter von Ansbach war ein syrischer Flüchtling. Schon während des Amoklaufs in München geiferten viel zu viele in den sozialen Netzwerken gegen Flüchtlinge, gegen den Islam, aus etlichen Kommentaren ließ sich eine mehr als klammheimliche Befriedigung herauslesen, dass "der Terror" Deutschland erreicht habe; bis klar wurde, dass die Tat ein unpolitischer Amoklauf eines Deutschen mit iranischen Wurzeln war. Nach Ansbach werden sich die Hetzer in ihrer blinden Abneigung gegen Flüchtlinge und Zuwanderer bestätigt fühlen.

Natürlich tauchen nach all den schrecklichen Ereignissen auch wieder reflexhaft die Forderungen nach mehr Polizei, nach mehr Überwachung, nach strengeren Sicherheitsgesetzen und konsequenteren Abschiebungen auf. Das ist die weiße Salbe, mit der Ängste beruhigt werden sollen. Diese Forderungen erreichen aber das Gegenteil: Sie suggerieren, dass diese Gesellschaft schutzlos ist. Das ist sie nicht. Sie ist wehrhaft, wenn sie sich nicht von der Angst durchdringen lässt. Angst erzeugt Misstrauen, Wut, Ablehnung, allzu oft Hass. Hass gebiert neuen Hass. Eine Gesellschaft in einem solchen Teufelskreis wäre wirklich ernsthaft bedroht.



Quelle: ots/Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung


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