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Bedingt abwehrbereit, so lautete eine Schlagzeile des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", der damit Ende 1962 die mangelhafte Ausstattung und Ausrüstung der damaligen Bundeswehr zum Thema machte. Es folgte ein politisches Beben im Land, in dessen Folge zuerst Journalisten des Magazins wegen "Landesverrats" inhaftiert, später aber wieder freigelassen wurden.

Der einstmals unbeliebte Franke hat heute deutschlandweit höhere Akzeptanzwerte als sein rheinischer Kollege.
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Söder regiert, Laschet reagiert

Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß jedoch stolperte über die Affäre und gab das Ministeramt auf. Vergleicht man den Sturm der damaligen "Spiegel-Affäre" mit den derzeitigen Negativ-Schlagzeilen über die deutsche Armee, dann handelt es sich heute eher um leichte Winde. Man hat sich gewissermaßen gewöhnt an immer neue Nachrichten über nicht einsetzbare Transportflugzeuge, ausgefallene U-Boote, ein seit Jahren im Trockendock liegendes Schulschiff, fehlende Ersatzteile für Panzer, fehlende Schutzwesten, Nachtsichtgeräte, rechte Netzwerke in der Truppe und vieles mehr.

Der Eindruck drängt sich auf, dass die Bundeswehr der Prügelknabe ist, auf den jeder mal eindreschen darf. Einen Grund gebe es eigentlich immer. Doch das ist falsch. Hinter dem in vielen Medien und sozialen Netzwerken so gern gezeichneten schiefen Bild einer durch und durch "maroden Bundeswehr" verschwinden nämlich die ungeheuren Leistungen von über 200 000 Soldaten und Soldatinnen sowie Zivilbeschäftigten, die 365 Tage im Jahr für unsere Sicherheit sorgen. Nicht nur in unserer unmittelbaren Heimat, nicht nur im Nato-Bündnisgebiet, sondern auch darüber hinaus in vielen Regionen der Welt. Oft unter Einsatz des eigenen Lebens. Man kann über den Sinn solcher Auslandseinsätze natürlich trefflich streiten - und sollte das in unserer offenen demokratischen Gesellschaft auch tun, doch das darf nicht zu einem "Generalverriss" unserer Armee als Ganzes führen. Das würde weder den objektiv steigenden Anforderungen an die Bundeswehr in den derzeitigen unruhigen Zeiten noch deren Angehörigen gerecht.

Dass die deutsche Armee derzeit dennoch viele Probleme vor sich herschiebt, hat auch mit Illusionen zu tun, die nach dem Ende des Kalten Krieges und der Blockkonfrontation vor drei Jahrzehnten ins Kraut schossen. Nachdem der waffenstarrende Warschauer Vertrag des Ostblocks sozusagen in sich zusammengefallen war, glaubten viele, eine Zeit des immerwährenden Friedens breche an. Von einer "Friedensdividende" war die Rede, Gelder wurden zusammengestrichen, die Bundeswehr wurde verkleinert. Und schließlich verschwand sogar die Wehrpflicht, auf den Weg gebracht ausgerechnet von einem CSU-Verteidigungsminister. Einen SPD-Mann hätte man bei einem solchen Ansinnen vermutlich aus dem Amt gejagt. Allerdings, auch das gehört zur Wahrheit, entsprach die praktizierte Wehrpflicht längst nicht mehr dem Grundsatz der Wehrgerechtigkeit.

Wie auch immer steht die Bundeswehr heute in einer einschneidenden Trendwende. Sie muss mit Blick auf die vielfältigen Bedrohungen besser ausgerüstet werden und flexibler einsetzbar sein. Und obendrein soll sie sich als attraktiver Arbeitgeber mit guten Aufstiegschancen, ordentlichem Sold und sozialen Leistungen erweisen, der in der Konkurrenz mit der zivilen Wirtschaft bestehen kann. Das ist eigentlich die Quadratur des Kreises. Doch die große Herausforderung muss dennoch entschlossen angegangen werden. Ob mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen oder ohne sie. Die CDU-Politikerin mit den flotten Ankündigungen hat zwar einiges erreicht, den Wehretat kräftig erhöht und - jawohl auch das - die Beschaffung verbessert. Doch das ausufernde Beratungswesen in ihrem Haus trübt die Bilanz erheblich.



Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung


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