Bernd Lucke
Bernd Lucke Foto: Robin Krahl / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Der Gründer der "Alternative für Deutschland" (AfD), Bernd Lucke, hält seine frühere Partei nicht mehr für wählbar. "Maßgebliche Teile der Partei stehen unter dem Einfluss von Rechtsradikalen", sagte der Ex-Parteivorsitzende dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe). Es seien der heutige Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland und andere gewesen, "die die rechten Geister riefen".

Im Erzbistum Köln hat Kardinal Rainer Woelki die dortige Studie einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei zum Umgang der Bistumsleitung mit sexuellem Missbrauch wegen angeblicher methodischer Mängel unter Verschluss genommen und den Kölner Strafrechtler Björn Gercke mit einem neuen Gutachten beauftragt.
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Er sei 2015 abgewählt worden, weil er dagegen gewesen sei. Gauland habe sich seit der Parteigründung 2013 opportunistisch an die Mitgliederentwicklung angepasst und "jene Themen bedient, die die radikaleren Mitglieder haben wollten. So ist die Partei vom ursprünglichen Kurs abgekommen." Eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz sei richtig, fügte Lucke hinzu. "Das muss sein, wenn Grundwerte unseres Staates und unserer Gesellschaft in Frage gestellt werden." Der frühere Wirtschaftsprofessor, der 2014 - damals noch für die AfD - ins Europäische Parlament gewählt wurde , zeigte sich zuversichtlich, dass ihm im Mai der Wiedereinzug gelingt. "Ich will der AfD ein paar Prozentpunkte abnehmen. Für ein Mandat braucht man weniger als ein Prozent. Deshalb glaube ich nicht, dass ich im Mai an die Universität zurückkehre."

Die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der EU bezeichnete Lucke als höchst unüberlegt. "Gerade die Briten hatten ja Ausnahmen von den Problembereichen der EU wie Euro und Flüchtlingspolitik. Ich hoffe, dass die Briten sich doch noch zu einem zweiten Referendum durchringen können. Theresa May wollte dem Volk doch immer 'die Kontrolle zurückgeben'. Das sollte sie jetzt auch tun." Der Brexit wäre aus Luckes Sicht ein großer Verlust. Zur Begründung verwies er auf die Bedeutung Großbritanniens für den europäischen Binnenmarkt. Außerdem seien die Briten klug und pragmatisch. "Sie haben sich aus dem Euro herausgehalten und sich Vorbehaltsrechte in der gemeinsamen Flüchtlingspolitik gesichert. Kurz: Sie haben beim Guten mitgemacht und sich aus den Problemen rausgehalten. Das ist gesunder Menschenverstand. Das sollten wir uns erhalten."



Quelle: ots/Kölner Stadt-Anzeiger
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