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Wertschätzung

Natalia Wörner: Nur blödes Geklatsche für Klinikpersonal

Schauspielerin Natalia Wörner (54) hat scharfe Kritik am Umgang mit dem Klinikpersonal während der Corona-Pandemie geübt: "Warum gibt es neben dem Geklatsche noch immer keine ganz konkreten und jetzt auch schon durchgesetzten Formen von besserer Bezahlung für alle Menschen, die in den Kliniken einen Dauermarathon absolvieren und jetzt schon wieder in der Situation sind, dass sie unter der Belastung zusammenbrechen?" fragte sie in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Viele Menschen in den Intensivstationen sagen völlig zu Recht: Leute, wir können nicht mehr, wir sind physisch, psychisch und emotional so ausgelaugt und überfordert." Es sei nun mal ein Fakt, dass 80 oder mehr Prozent derjenigen, die jetzt auf den Intensivstationen liegen, Ungeimpfte sind.

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Medien.
Schauspielerin kritisiert fehlende Wertschätzung in der Corona-Pandemie - Kein Verständnis für Impfverweigerer - 54-Jährige fordert mehr politische Wahrnehmung von Gewalt an Frauen - "Alle Parteien haben ein Frauenproblem"
Schauspielerin kritisiert fehlende Wertschätzung in der Corona-Pandemie - Kein Verständnis für Impfverweigerer - 54-Jährige fordert mehr politische Wahrnehmung von Gewalt an Frauen - "Alle Parteien haben ein Frauenproblem"
Foto: 9EkieraM1 / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Schauspielerin Natalia Wörner (54) hat scharfe Kritik am Umgang mit dem Klinikpersonal während der Corona-Pandemie geübt: "Warum gibt es neben dem Geklatsche noch immer keine ganz konkreten und jetzt auch schon durchgesetzten Formen von besserer Bezahlung für alle Menschen, die in den Kliniken einen Dauermarathon absolvieren und jetzt schon wieder in der Situation sind, dass sie unter der Belastung zusammenbrechen?" fragte sie in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Viele Menschen in den Intensivstationen sagen völlig zu Recht: Leute, wir können nicht mehr, wir sind physisch, psychisch und emotional so ausgelaugt und überfordert." Es sei nun mal ein Fakt, dass 80 oder mehr Prozent derjenigen, die jetzt auf den Intensivstationen liegen, Ungeimpfte sind.

Wörner, die am Montag als Oberärztin im Corona-Drama "Die Welt steht still" (ZDF, 20.15 Uhr) zu sehen ist, fuhr fort: "Ich will als Schauspielerin überhaupt nicht so tun, als ob ich einen Film mache und danach weiß, wie es jemandem geht. Ich habe nur den Hauch einer Ahnung bekommen, was die Menschen in den Kliniken leisten. Aber aus dieser Perspektive frage ich mich: Wie soll es eine Ärztin noch erklären, wenn sie Mutter von zwei Kindern ist und jeden Tag Menschen behandeln muss, die aus welchen Gründen auch immer diesen Schutz für sich und die Gemeinschaft ablehnen und in Kauf nehmen, dass andere mit ihnen und durch sie wahnsinnig gefährdet sind? Ich ärgere mich maßlos darüber." Sie ärgere sich aber auch über die Politik, "dass man all diesen Menschen außer diesem im Rückblick blöden Geklatsche keine andere Würdigung und auch keine andere finanzielle Form von Fairness entgegenbringt. Die Leute sind unterbezahlt und komplett ausgesaugt. Das ist für mich einfach nicht akzeptabel."

Auch die Behandlung des Themas Gewalt an Frauen durch die Politik sieht die Lebensgefährtin von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußerst kritisch: "Es müsste eine ganz andere Art von politischer Wahrnehmung geben, um alle Ressorts zusammenzubringen: Familienministerium, Justiz, innere Sicherheit, Soziales, Gesundheit - es gibt kaum ein Ministerium, das man nicht mitdenken muss, wenn dieses Thema ernst genommen werden soll. Wir aber haben bis heute eine unklare Zuständigkeit zwischen Bund und Ländern, es fehlen die Mittel - wer ist für was zuständig, wer ist verantwortlich, wer muss was bezahlen? Es ist bis heute ein einziges Hin- und Hergeschiebe. Dabei brauchen wir klare und effiziente Strukturen. Es wäre schön, wenn die Herrschaften Koalitionäre auch das in ihren Verhandlungen berücksichtigen würden."

Bislang aber habe man nichts davon gehört: "Das ist doch ein Skandal. Alle Parteien haben ein Frauenproblem, alle haben zu wenig Frauen und machen sehr viele Versprechungen. Mit Frau Bas als Bundestagspräsidentin hat man zumindest mal ein Zeichen gesetzt, aber das Thema ist überhaupt nicht im Fokus, und das verstehe ich einfach nicht. Das ist für mich nicht nachvollziehbar und macht mich auch sauer."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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