• Ungleichheit muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Gefälle kann Menschen dazu bewegen, sich anzustrengen, sich zu überwinden. Es wohnt dem Menschen inne, etwas erreichen zu wollen, etwas auch zu besitzen, was andere schon haben oder was andere eben nicht haben stolz vorzuzeigen. Ungleichheit fördert das Leistungsprinzip. Sie ist damit Teil des kapitalistischen Systems. Die Soziale Marktwirtschaft deutscher Prägung hat es sich zu eigen gemacht, den Schwächeren in diesem System zu helfen, die Ungleichheit zu überwinden oder doch zu verringern. Das jedoch wird zunehmend schwieriger, wie die Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erneut belegt:

  • Immer weniger Handelsbetriebe in Niedersachsen sind tarifgebunden. Die Zahl der Unternehmen mit Tarifbindung ist zwischen 2009 und 2018 von etwa 15.000 auf etwa 12.000 gesunken. Damit unterlag zuletzt nicht einmal mehr jeder dritte Handelsbetrieb (30 Prozent) der Tarifbindung, nach 36 Prozent neun Jahre zuvor. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt.

  • Nach DGB und Grünen haben sich Wissenschaftler für eine Stärkung der Tarifbindung in Deutschland ausgesprochen. "Die Ungleichheit bei den Einkommen kann man nur wirkungsvoll korrigieren, wenn die Bezahlung nach Tarif wieder zum Regelfall wird", sagte der Sozialforscher Gerhard Bosch der Wochenendausgabe des "neuen deutschlands" (nd - Die Woche).