Sonntag, 05 Jul 2020
  • Mal eben das Bad neu fliesen oder einen neuen Rolladen am Schlafzimmerfenster anbringen lassen: In Zeiten von Bauboom und Fachkräftemangel ist das gar nicht so einfach. Durchschnittlich zehn Wochen mussten die Deutschen in diesem Jahr warten, wenn sie einen Handwerker beauftragen wollten, in einigen Gewerken sogar noch länger. Befremdlich scheint es da, dass der Bundestag nun beschließen will, den Marktzugang für Fliesenleger, Rollladentechniker und zehn weitere Berufsgruppen deutlich zu erschweren: In Zukunft soll nur noch einen Betrieb eröffnen dürfen, wer einen Meistertitel innehat.

  • Franz Loth, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen (LAG FW), warnt davor, die Ausbildung für Erzieher in Kindertagesstätten übereilt zu verkürzen. Im Gespräch sei derzeit eine Ausbildungsverkürzung von vier auf drei Jahre. "In Teilen können wir das verstehen", beurteilt Loth den Ansatz im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Aber wir sagen auch: Vergesst nicht, dass dieser Bereich der frühkindlichen Bildung der Eintritt in die Bildungskarriere ist. Deshalb legen wir sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung." Auch die Außenwirkung sei nicht zu unterschätzen, betonte der LAG-Vorsitzende. "Wir müssen aufpassen bei bestimmten Tätigkeiten, zum Beispiel bei hauswirtschaftlichen, erzieherischen oder pflegerischen Tätigkeiten, dass hier nicht der Eindruck entsteht: Das kann ja jeder."

  • Im Kanzleramt wird heute über das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz diskutiert: Ab März nächsten Jahres soll es mehr Fachkräfte aus dem Ausland anwerben und so dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Damit das gelingt, müssen allerdings einige bürokratische Hürden abgebaut werden.

  • Die deutschen Schüler schneiden bei der aktuellen PISA-Erhebung erneut nur mittelmäßig ab – beim Lesen stagnieren die Ergebnisse, in Mathematik und Naturwissenschaften sind sie sogar schlechter geworden. Der Staat muss mehr in Bildung investieren, um endlich aufzuschließen. Das wäre auch im Sinne der Unternehmen, zeigt eine aktuelle Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

  • In Sachsen-Anhalt nimmt die Zahl der befristeten Neueinstellungen aufgrund des Fachkräftemangels ab. "Mehr als ein Drittel - nämlich 37,3 Prozent - der begonnenen Beschäftigungsverhältnisse waren im Sommer 2018 befristet", sagte der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Dienstag-Ausgabe).

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